Im Familienchat kursierte ein dramatisches Video mit falschem Kontext. Statt Gegenangriff fragte jemand nach Originalquelle und Datum, verlinkte eine Recherche und bot Zusammenfassung an. Die Stimmung kippte von Empörung zu Neugier. Danach verabredete die Runde ein einfaches Ritual vor jedem Teilen.
In einer Klasse sollte jede Gruppe eine reißerische Schlagzeile untersuchen. Sie fanden verzerrte Grafiken, willkürliche Ausschnitte und ein kurzes Video ohne Kontext. Die Präsentationen endeten mit Alternativformulierungen. Der spürbare Stolz zeigte, wie schnell junge Menschen Qualitätskriterien lernen, wenn man ihnen präzise Werkzeuge reicht.
Ein lokaler Verein startete eine Woche der Quellenpflege. Mitglieder brachten Beispiele, markierten Fehlschlüsse, formulierten respektvolle Rückfragen und veröffentlichten kurze Threads mit Korrekturen. Die Reichweite war kleiner als die Gerüchte zuvor, aber Vertrauen stieg. Menschen kamen wieder ins Gespräch und planten eine Fortsetzung.
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